Wenn ein Busunternehmen zum ersten Mal aufgefordert wird, Fahrplandaten in einem bestimmten Format zu liefern, folgt meistens dieselbe Reihenfolge: Man schaut ins Planungsprogramm, findet dort einen Exportknopf, exportiert, schickt es weg und bekommt es zurück. Passt nicht.
Das liegt selten an Ihnen. Es liegt daran, dass in dieser Kette mehrere Formate nebeneinander existieren, die alle Fahrplandaten transportieren, aber nicht dasselbe tun.
Die Formate im Vergleich
| Format | Was es transportiert | Wo es Ihnen begegnet |
|---|---|---|
| VDV 452 | Liniennetz- und Fahrplandaten, also die Plandaten | Austausch zwischen Planungs- und Auskunftssystemen |
| VDV 454 | Referenzfahrpläne und Echtzeitinformationen, aufbauend auf VDV 453 | Ist-Daten für die Fahrplanauskunft |
| ISA | Fahrplandaten im Format der IVU Traffic Technologies AG, in mehreren Fassungen bis in die 5er-Reihe | Datenhandbücher von Verkehrsverbünden, als zulässiges Lieferformat |
| GTFS | Fahrplandaten in offener Veröffentlichung | Landesplattformen und offene Datenportale |
| NeTEx | Fahrplandaten nach europäischem Standard | Nationaler Zugangspunkt |
| SIRI | Echtzeitdaten nach europäischem Standard | Nationaler Zugangspunkt |
Hinweis
Was rechtlich tatsächlich gilt
Nach § 3a Personenbeförderungsgesetz sind Unternehmer verpflichtet, Fahrplan-, Tarif- und Echtzeitdaten bereitzustellen. Ausgenommen sind nach Absatz 3 Soloselbstständige ohne Mitarbeiter.
Das ist die Pflicht. Welches konkrete Format Ihre Gegenstelle erwartet, steht dagegen nicht im Gesetz, sondern in Ihrem Vertrag oder im Datenhandbuch des jeweiligen Verbunds. Das ist der Ort, an dem Sie nachsehen sollten, bevor Sie irgendetwas exportieren.
Woran Konvertierungen in der Praxis scheitern
Nach unserer Erfahrung an vier Dingen, und keines davon ist das Format selbst:
- Uneinheitliche Bezeichner. Haltestellen, Linien und Fahrzeuge heißen in der Planung anders als in der Zielsystematik. Solange die Zuordnung nicht steht, hilft kein Konverter.
- Unvollständige Ausgangsdaten. Felder, die im eigenen System optional sind, sind in der Zielspezifikation Pflicht. Das fällt erst beim Einspielen auf.
- Unklare Zielfassung. Es reicht nicht zu wissen, dass ISA verlangt wird. Es kommt auf die Version an, und die steht im Datenhandbuch.
- Einmalige Handarbeit statt Ablauf. Wer die Konvertierung einmal von Hand hinbekommt, macht sie beim nächsten Fahrplanwechsel wieder von Hand, und die Kenntnis darüber hängt an einer einzigen Person.
Was Sie vor dem ersten Anruf beisammen haben sollten
Mit diesen sechs Punkten lässt sich eine Konvertierung in aller Regel in kurzer Zeit einschätzen. Ohne sie wird jedes Angebot eine Schätzung ins Blaue.
