Am 14. Juli 2026 endete der erweiterte Support für SQL Server 2016 und SharePoint 2016. Das ist keine Frist, die näher rückt, sondern ein Zustand, in dem sich viele Betriebe seit einigen Wochen befinden, ohne es zu wissen.
Warum das oft niemandem auffällt
Weil SQL Server selten ein Programm ist, das jemand bewusst benutzt. Er liegt unter der Warenwirtschaft, unter dem Dokumentenmanagement, unter der Zeiterfassung. Solange die Anwendung darüber startet, merkt im Betrieb niemand etwas.
Genau deshalb steht er auf keiner Liste. Wer im Betrieb nach Software gefragt wird, nennt die Anwendung, nicht die Datenbank darunter.
So finden Sie heraus, ob Sie betroffen sind
Drei Wege, vom schnellsten zum gründlichsten:
- Fragen Sie Ihren Softwarehersteller. Wer einen Wartungsvertrag für seine Branchensoftware hat, bekommt dort in der Regel innerhalb eines Tages eine Antwort, worauf die Anwendung aufsetzt.
- Schauen Sie auf dem Server nach, welche Datenbankinstanzen laufen und in welcher Version.
- Lassen Sie eine Bestandsaufnahme machen, wenn mehrere Systeme im Spiel sind und niemand mehr den Überblick hat.
Wo die Ablösung wirklich hakt
Nicht an der Datenbank. Eine neuere SQL-Server-Version aufzusetzen und den Datenbestand umzuziehen ist Routine.
Der Engpass ist die Freigabe. Ihre Branchensoftware muss vom Hersteller für die Zielversion freigegeben sein. Ist sie das nicht, muss auch die Anwendung aktualisiert werden, und plötzlich hängt ein zweites Projekt daran, mit eigenem Zeitplan, eigener Schulung und eigenem Budget.
Achtung
Erweiterte Sicherheitsupdates als Brücke
Microsoft bietet auch für SQL Server ein kostenpflichtiges Programm für erweiterte Sicherheitsupdates an. Das verschafft Zeit und ist als Brücke für ein sauber geplantes Projekt vertretbar. Als Dauerlösung ist es teuer und löst nichts, denn am Ende steht dieselbe Migration, nur später und unter mehr Druck.
Was eine Migration realistisch bedeutet
Ein üblicher Ablauf sieht so aus:
- Inventur: Welche Instanzen laufen, welche Anwendungen greifen zu, welche Versionen sind im Einsatz.
- Freigaben klären: Der Schritt, der den Zeitplan bestimmt, weil Sie hier auf Dritte angewiesen sind.
- Testumzug mit echten Daten: Die Fachabteilung prüft Auswertungen und Abläufe, nicht die IT.
- Umstellung im vereinbarten Fenster, mit einem Rückweg für den Fall der Fälle.
- Begleitung im ersten Abrechnungslauf, denn dort fallen Abweichungen auf, die im Test niemand bemerkt.
Tipp
Der unterschätzte Teil: die Schnittstellen
Nach einer Datenbankmigration klemmt selten die Anwendung selbst, sondern das, was daneben hängt: eine Auswertung, die jemand vor Jahren gebaut hat, eine Schnittstelle zur Buchhaltung, ein Bericht, der nachts läuft und den seither niemand angefasst hat.
Wer diese Dinge vorher erfasst, hat nach der Umstellung eine ruhige Woche. Wer es nicht tut, erfährt in den folgenden vierzehn Tagen nach und nach, was alles an dieser Datenbank hing.
