Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 haben am 14. Oktober 2025 ihr Supportende erreicht. Seitdem gibt es keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebungen und keinen technischen Support mehr. Und anders als bei Windows 10 gibt es auch kein kostenpflichtiges Programm, mit dem sich das verlängern ließe.
Warum das dringender ist als andere Support-Enden
Ein Mailserver steht per Definition im Internet. Er nimmt Verbindungen von außen an, das ist seine Aufgabe. Genau deshalb sind Exchange-Server in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel großflächiger Angriffswellen gewesen, teilweise binnen Tagen nach Bekanntwerden einer Schwachstelle.
Ein Arbeitsplatzrechner ohne Updates ist ein Risiko. Ein aus dem Internet erreichbarer Mailserver ohne Updates ist eine offene Tür mit Wegbeschreibung.
Achtung
Zwei Wege, und wann welcher passt
Exchange Online
Der Weg für die meisten Betriebe. Sie betreiben keinen eigenen Mailserver mehr, der Betrieb liegt beim Anbieter. Postfächer, Kalender und Verteiler ziehen um, Ihre Adressen bleiben. Es entstehen laufende Kosten je Postfach, dafür entfallen Hardware, Wartungsfenster und die Sorge um den nächsten Patchtag.
Sinnvoll, wenn Sie ohnehin Microsoft 365 nutzen und keine Anwendung zwingend einen lokalen Mailserver braucht.
Exchange Server Subscription Edition
Die Nachfolgeversion für den Betrieb im eigenen Haus. Sinnvoll, wenn Ihre Daten aus vertraglichen oder branchenrechtlichen Gründen im Haus bleiben müssen oder eine Branchensoftware tief an den lokalen Exchange gebunden ist.
Ehrlich gesagt: Für Betriebe unter fünfzig Arbeitsplätzen ist das selten die bessere Wahl. Sie tauschen ein Wartungsthema gegen das nächste.
Hinweis
Was in der Praxis hängenbleibt
Die Postfächer sind selten das Problem. Es sind die Dinge, die über den Mailserver senden und an die zunächst niemand denkt:
- das Multifunktionsgerät, das Scans per E-Mail verschickt
- die Warenwirtschaft, die Rechnungen und Auftragsbestätigungen versendet
- das Überwachungssystem, das Alarme meldet
- die Zeiterfassung, die monatliche Auswertungen verschickt
- alte Verteilerlisten, die niemand mehr pflegt, die aber jemand nutzt
Wer diese Liste vor der Migration erstellt, hat danach eine ruhige Woche.
Wie lange sind wir nicht erreichbar?
Im Normalfall gar nicht. Postfächer werden im laufenden Betrieb vorsynchronisiert, umgeschaltet wird in einem kurzen Fenster, meist am Wochenende. Was Nutzer danach merken, ist vor allem, dass sie sich einmal neu anmelden müssen.
Der Aufwand steckt nicht in der Zahl der Postfächer, sondern in der Zahl der Systeme, die an dem Server hängen.
